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ESG lohnt sich: 9 Maßnahmen mit schneller Wirkung

Hohe Kosten, viel Bürokratie und Effekte, die erst spät eintreten? Beim Thema ESG halten sich einige Mythen hartnäckig. Dabei rentieren sich kluge Maßnahmen schon nach kurzer Zeit. Wir zeigen, wie Sie Ihr ESG-Profil verbessern und gleichzeitig wirtschaftlich profitieren.

Credit: Anne Albert

1. Tools für das Energiemanagement einsetzen

Energie sparen heißt nicht, den Betrieb herunterzufahren. Mit einem Energiemanagementsystem optimieren Sie Verbräuche datenbasiert und mit überraschend wenig Aufwand. Eine Studie des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) aus dem Jahr 2022 zeigt, dass Unternehmen mit nach ISO 50001 zertifizierten Tools drei bis vier Prozent Energie pro Jahr einsparen – und das fortlaufend. Selbst nach 20 Jahren nimmt diese Effizienzerhöhung nicht ab. Das Beste: Das Etablieren von Software für das Energie-Monitoring wird vom BAFA für Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit 35 bis 45 Prozent gefördert. Welche Förderung für Sie die richtige ist, wissen die Berater:innen der HypoVereinsbank.
 

2. Mit Künstlicher Intelligenz Ressourcen sparen

Künstliche Intelligenz (KI) kann helfen, den Ressourcenverbrauch in Ihrer Produktion zu reduzieren. Das zeigt ein KI‑Pilotprojekt des Bundesumweltministeriums: Beteiligte KMU aus dem verarbeitenden Gewerbe verringerten ihren Materialeinsatz mithilfe von KI‑Lösungen um bis zu 15 Prozent. Geeignet sind auch Methoden der Lean Administration, die Verwaltungsabläufe verschlanken. Sie vermeiden den unnötigen Verbrauch von Energie und Material und damit einhergehender CO₂-Emissionen.
 

3. Beleuchtung effizienter machen

LED-Technik ist meist effizienter und langlebiger als ältere Leuchtmittel. Das bedeutet jedoch nicht, sämtliche Leuchtmittel austauschen zu müssen: Häufig lohnt es sich, zuerst Bereiche mit hohen Betriebsstunden oder häufigen Ausfällen zu modernisieren. Auch bei Ersatzinvestitionen, wenn Leuchtmittel oder Anlagen ohnehin wegen eines Defektes oder am Ende ihrer Lebensdauer ausgetauscht werden müssen, ist das Umsteigen auf LED besonders empfehlenswert. Laut einer Analyse des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI erzielen rund zwei Drittel der umgesetzten Effizienzmaßnahmen in der Beleuchtung einen Return on Invest (ROI) von über 25 Prozent und amortisieren sich meist innerhalb von drei Jahren.
 

Credit: Anne Albert

4. Ungenutzte Flächen mit Photovoltaik ausstatten

Ob Flachdach, Fassade oder ungenutzte Bodenfläche: Solaranlagen sind vielseitig montierbar und senken Ihren Stromverbrauch aus dem öffentlichen Netz signifikant. Dabei gilt: Je höher der Strompreis im öffentlichen Netz ist und je mehr von der durch Photovoltaik gewonnenen Energie Ihr Unternehmen selbst nutzt, desto kürzer ist die Amortisationszeit. Der Stromanbieter E.ON hat auf Basis realer Verbrauchsdaten errechnet, dass sich die Investition in Photovoltaik für Unternehmen nach durchschnittlich sieben Jahren auszahlt. Ein großer Mittelständler kann durch Photovoltaikanlagen jährlich rund 100.000 Euro einsparen. Die Abhängigkeit von Netzstrompreisen und Großanbietern nimmt bereits ab dem ersten Betriebstag ab.
 

5. Nachhaltige Mobilität anbieten

Jobtickets für den öffentlichen Nahverkehr, E-Bike-Leasing, Carsharing oder Ladestationen für E-Autos: Das sind Beispiele, wie Mittelständler die umweltfreundliche Mobilität ihrer Mitarbeitenden fördern. Diese Maßnahmen sind einfach umsetzbar und helfen, CO₂ im Scope 3 (indirekte Treibhausgase) zu reduzieren. Sie zahlen zudem auf den sozialen Aspekt von ESG ein: Zeitgemäße Mobilitätsangebote erhöhen für junge Talente die Attraktivität von Unternehmen und können die Gesundheit und die Work-Life-Balance Ihrer Mitarbeitenden verbessern.
 

Credit: Anne Albert

6. Maschinen modernisieren

Neue, effizientere Maschinen anzuschaffen, bedeutet in der Regel große Investitionen. Eine kapitalschonende Alternative ist das Retrofitting, auch Nachrüsten genannt: Bestehende Maschinen werden modernisiert, um ihre Lebensdauer zu verlängern, die Leistung zu steigern und sie kompatibel für die Industrie 4.0 zu machen. Dabei werden veraltete Komponenten durch moderne Sensoren, Steuerungen und Kommunikationstechnik ersetzt. IoT-Technologie (Internet of Things) kann zudem eingesetzt werden, um Maschinen mit Echtzeitdaten zu überwachen und Ausfälle vorherzusagen.
 

7. Flexible Arbeitszeiten ermöglichen

Wer seine Arbeitsbedingungen verbessert, stärkt nicht nur den sozialen ESG‑Aspekt, sondern auch die Zusammenarbeit und die Leistungsfähigkeit in seinem Unternehmen. Flexible Arbeitszeitmodelle sorgen dafür, dass Teams ihre Aufgaben besser an Produktivitätsphasen und private Verpflichtungen anpassen können. Das bedeutet weniger Ausfälle, höhere Motivation und stabilere Leistung im Tagesgeschäft. Auch die Eigenverantwortung und Vereinbarkeit von Job und Familie erhöhen sich. Für diese Maßnahme braucht es keine teuren Programme, sondern nur eine klare und faire Regelung, die sich im Alltag bewährt.



8. Diversität im Unternehmen fördern

Führungsteams mit unterschiedlichen Hintergründen – etwa hinsichtlich Geschlecht, Alter, kultureller Prägung und beruflicher Erfahrung – wirtschaften tendenziell besser. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Indem Mittelständler beim Recruiting, Einstellungsprozess und im Arbeitsalltag auf Kriterien der Antidiskriminierung achten, stärken sie die Mitarbeitendenzufriedenheit und das soziale ESG-Kriterium – und erhöhen damit ihre Profitabilität. Denn vielfältig aufgestellte Teams treffen oft bessere Entscheidungen, erkennen Kunden- und Marktbedürfnisse genau und reduzieren blinde Flecken. Das schlägt sich in höherer Innovationskraft und weniger Fehlentscheidungen nieder.
 

9. Mitarbeitende in Nachhaltigkeit weiterbilden

Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen sollten Unternehmer:innen auch in Weiterbildungen investieren, die das Thema Nachhaltigkeit in der Unternehmenskultur verankern. Professionelle Schulungen schärfen das Bewusstsein für ESG und helfen, Richtlinien einzuhalten und regulatorische Strafen zu vermeiden. Ein weiterer Vorteil: Mitarbeitende, die Nachhaltigkeit als Teil ihrer täglichen Arbeit verstehen, entwickeln öfter innovative und ressourcenschonende Lösungen – und tragen das Thema informell über den Flurfunk weiter.
 

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