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Der stille Treiber globaler Emissionen

Korrosion kostet Milliarden: Warum Edelstahl Teil der Antwort ist

Brückensperrungen, Wasserleckagen und Produktionsausfälle – oft sind es die sichtbaren Folgen, die Korrosion ins öffentliche Bewusstsein rücken. Wirtschaftliche Nachteile und Klimafolgeschäden bleiben meist unsichtbar. Dabei zählen sie zu den zentralen Herausforderungen moderner Infrastruktur. Was es braucht, sind Materialien, die den Belastungen standhalten – dauerhaft und klimaschonend. Langlebiger, korrosionsbeständiger Edelstahl bietet hier klare Vorteile. CO2-arme Varianten, wie von Outokumpu, gewinnen dabei an strategischer Bedeutung.

Edelstahl sorgt für Stabilität und Korrosionsschutz in anspruchsvollen Umgebungen

In vielen Fällen beginnt es mit kleinen Schäden: einem Haarriss, einer verfärbten Stelle, einer rostenden Schweißnaht. Was technisch als elektrochemischer Prozess beschrieben wird, entwickelt sich in der Praxis oft zu einer schleichenden Schwächung tragender Strukturen. Korrosion betrifft nicht nur einzelne Bauteile, sondern greift ganze Infrastrukturen aus Stahl an: Brücken, Wasserversorgung, Industrieanlagen und Verkehrswege.

Laut Daten der „National Association of Corrosion Engineers“ (NACE 2016) beläuft sich der weltweite Schaden durch Korrosion auf rund 2.500 Milliarden US-Dollar. Das entspricht etwa 3,4 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts – mehr als das gesamte BIP von Ländern wie Italien, Brasilien und Kanada.1 Ein erheblicher Teil dieser Verluste geht auf alltäglichen Materialschwund zurück – gekoppelt an Reparaturen, Betriebsunterbrechungen und Instandhaltungskosten.

Zugleich verschärft Korrosion belastende Herausforderungen in der Energie- und Wasserversorgung. Leckagen in Pipelines führen zu schleichenden Verlusten von Wassermengen, veraltete Stahlstrukturen schränken die Belastbarkeit von Offshore-Anlagen ein. In Summe ergibt sich ein Risikobild, das sowohl betriebswirtschaftlich als auch gesellschaftspolitisch nicht unterschätzt werden darf.

Korrosion an zentralen Infrastrukturen verursacht weltweit hohe Kosten

Ein Klimafaktor im Verborgenen

Schäden durch Korrosion sind nicht nur eine Frage der Instandhaltung, sie belasten auch die Klimabilanz. Denn jedes Mal, wenn ein Bauteil durch Korrosion versagt und ausgetauscht werden muss, entstehen Folgeemissionen – durch Ersatzproduktion, Logistik und Montage.

Eine wissenschaftliche Analyse aus dem Jahr 2022 beziffert den Anteil verschleißbedingter CO2-Emissionen durch korrodierten Stahl auf 4,1 bis 9,1 Prozent der weltweiten Gesamtemissionen bis 2030 – selbst unter Annahme internationaler Klimaziele.2 Das käme in etwa dem aktuellen CO2-Gesamtausstoß aller EU-Länder gleich (EU27, 2024).

Das Problem: Der Zusammenhang zwischen Materialversagen und CO2-Intensität wird in den meisten Lebenszyklusanalysen bislang kaum berücksichtigt. Korrosionsfolgen werden vielerorts als unvermeidbar hingenommen, obwohl sich viele Schäden mittels der heute verfügbaren Werkstoffen vorbeugend verhindern ließen. 

Ein bewährtes Gegenmittel – oft übersehen

Im Fokus moderner Lebenszyklus-Strategien sollte daher die vorbeugende Planung des Materialeinsatzes stehen – nicht die Gewohnheit der Reparatur nach Schadenseintritt. Besonders leistungsfähig zeigt sich Edelstahl – durch seine unsichtbare Passivschicht, die ihn vor Korrosion schützt. Diese Schicht, bestehend aus Chrom-, Eisenoxid- und Hydroxidverbindungen, bildet sich an der Oberfläche des Materials und schützt es dauerhaft vor äußeren Einflüssen. Je höher der Chromgehalt, desto widerstandsfähiger ist der Edelstahl. Gezielte Legierungszusätze wie Molybdän, Nickel, Stickstoff oder Kupfer verstärken den Korrosionsschutz – etwa für Anwendungen in salzhaltiger Luft, chlorhaltiger Umgebung oder bei industrieller Beanspruchung.

Die Vorteile von Edelstahl: weniger Ausfälle, geringerer Instandhaltungsaufwand, längere Einsatzzeiten – und dadurch weniger CO2-Emissionen durch Fertigung und Austausch.

Mit dem Tempo globaler Megatrends wie Urbanisierung, Digitalisierung und dem Wandel hin zu einer CO₂-armen Wirtschaft steigt auch der Bedarf an leistungsfähigen Werkstoffen. Edelstahl bietet hier langlebige, korrosionsbeständige Lösungen.
Rolf Schencking, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Advanced Materials bei Outokumpu
Rolf Schencking, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Advanced Materials bei Outokumpu

Ein verantwortungsvoller Umgang mit knappen Ressourcen erfordert außerdem, bestehende und neue Technologien effizienter zu machen. Dafür braucht es innovative oder optimierte Edelstahl-Lösungen. Outokumpu, weltweit führend in der Herstellung von nachhaltigem Edelstahl, kombiniert seine technologischen Kompetenzen und Entwicklungen mit einer umfassenden Klimastrategie. Mit einem Recyclinganteil von bis zu 95 Prozent produziert Outokumpu Edelstahl, dessen CO2-Fußabdruck bis zu 75 Prozent unter dem globalen Branchendurchschnitt liegt, und treibt die Entwicklung zukunftsweisender Werkstoffe und Technologien voran. So entstehen Werkstoffe, die sowohl langlebig als auch emissionsarm sind. Darüber hinaus wird die Abhängigkeit von Primärrohstoffen reduziert. Mit Outokumpu Circle Green® hat das Unternehmen zudem den weltweit ersten nahezu emissionsfreien Edelstahl vermarktet – ein neuer Maßstab in der klimafreundlichen Werkstoffproduktion.

Lebenszyklus schlägt Anschaffungspreis

Trotz dieser Vorteile dominiert in vielen Projekten weiterhin die Beschaffungsstrategie des günstigsten Anschaffungspreises. Folgekosten während der Betriebslaufzeit werden häufig erst bei der Nachkalkulation sichtbar – etwa, wenn sich Instandhaltungskosten häufen oder kritische Infrastrukturen unvorhergesehen modernisiert werden müssen.

Dabei zeigen Analysen, dass sich mit konsequenter Korrosionsprävention bis zu 30 Prozent der heutigen Verluste vermeiden ließen. Umgerechnet ergibt das ein Einsparpotenzial von 375 bis 875 Milliarden US-Dollar pro Jahr (NACE International Report) durch vermiedene Verschleißausfälle, geringere Materialeinsätze und reduzierte Folgekosten.

Ein Perspektivwechsel wäre also angebracht: Wer Materialien nicht nach dem Grundpreis bewertet, sondern nach Lebenszykluskosten, kommt in vielen Fällen zu einem klaren Ergebnis. Auch wenn Edelstahl beim Einkauf mitunter einen höheren Mitteleinsatz fordert, gleichen längere Nutzungszyklen und der geringere Wartungsbedarf über die Betriebsdauer diesen Faktor vielfach wieder aus.

 

Edelstahl als Strategie

Während sich Technologien wandeln und Märkte neu sortieren, bleibt offensichtlich: Der Bedarf an robusten, langlebigen und klimafreundlichen Materialien steigt, vor allem in der Energiewirtschaft, im Verkehrssektor und im Maschinenbau. Denn die Materialauswahl entscheidet über mehr als nur die Haltbarkeit – sie beeinflusst Emissionen, Verfügbarkeit und Lebenszykluskosten. 

Die Evolution der Rohstoffe
Lesen Sie mehr und laden Sie das englischsprachige Whitepaper von Outokumpu herunter, um mehr über die Rolle von Edelstahl für langfristige Widerstandsfähigkeit zu erfahren.
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Die jüngste Outokumpu-Erhebung „The Evolution of Materials“ beleuchtet genau diesen Zusammenhang: Wie lassen sich Korrosionskosten senken, welche Materialien verlängern Nutzungszyklen, und welche Rolle spielt CO2-armer Edelstahl für Infrastruktur, Industrie und Energieversorgung? Anhand von Marktdaten, Umfragen unter Entscheidern sowie Fallstudien aus Industrie und Energie gibt das Whitepaper Antworten auf diese Fragen – und zeigt auf, wie Edelstahl in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird.

Möchten Sie mehr über Outokumpu und nachhaltigen Edelstahl erfahren?

1 World GDP Ranking 2025 List, Biggest economies in 2024 by gross domestic product

Iannuzzi & Frankel, 2022, The carbon footprint of steel corrosion, Materials Degradation

Outokumpu beschleunigt die grüne Transformation als weltweit führender Hersteller von nachhaltigem Edelstahl. Unsere Geschäftstätigkeit baut auf den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft auf: Unsere Produkte werden zu 95 % aus recyceltem Material hergestellt, das wir in vollständig recycelbaren Edelstahl umwandeln. Dieser Stahl erreicht die Gesellschaft in vielfältigen Anwendungen, zum Beispiel über Infrastruktur, Mobilität und in Haushaltsgeräten. Wir engagieren uns für das 1,5 Grad Ziel zur Begrenzung des Klimawandels. Da unser CO2-Fußabdruck bis zu 75 % unter dem Branchendurchschnitt liegt, helfen wir auch unseren Kunden bei der Reduktion ihrer Emissionen. Gemeinsam arbeiten wir an einer Welt, die ewig währt. Mit Hauptsitz in Helsinki, Finnland, beschäftigt Outokumpu rund 8.700 Mitarbeiter in fast 30 Ländern. Outokumpu Corporation ist an der Börse in Helsinki im Nasdaq notiert. www.outokumpu.com

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