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DEMOKRATIE FÖRDERN, EXTREMISMUS VERMEIDEN

So geht politische Bildung für Kinder und Jugendliche

Die politische Unzufriedenheit in Deutschland wächst - und damit auch die Sorge um unsere Demokratie. Parteien mit extremistischen und populistischen Tendenzen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Was es umso wichtiger macht, bereits bei Kindern und Jugendlichen ein Grundverständnis für demokratisches Miteinander zu fördern. Nur so können sie lernen, was es im Alltag bedeutet, Teil einer demokratischen Gesellschaft zu sein und vermeintlich einfache Lösungen kritisch zu hinterfragen. Das Beispiel SOS-Kinderdorf zeigt, wie Angebote zur frühen politischen Bildung Kinder und Jugendliche stärken.

Im Einsatz für die Demokratie: Robert Werkmeister richtet sich mit seinen Workshops nicht nur an die Bewohnerinnen und Bewohner des SOS-Kinderdorfs in Gera, er ist auch in Schulen unterwegs. (Bild: SOS-Kinderdorf e.V. / Michael Bader)

Demokratie ist mehr als das Recht, wählen zu dürfen: Ohne gelebte Grundwerte wie Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit und Toleranz kann eine Gesellschaft ins Wanken geraten. Auch Kinder und Jugendliche können ihren Teil zur Gemeinschaft beitragen. Wichtig ist jedoch, dass sie schon früh an demokratische Bildung herangeführt werden, um als zukünftige Wählerinnen und Wähler eine gestärkte Meinung im politischen Diskurs zu haben.

Die alltägliche Belastung durch eng gesteckte Lehrpläne macht es Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie Lehrenden allerdings oft schwer, Zeit für politische Bildung zu finden.

In Gera bekommen Lehrkräfte jetzt Unterstützung von einem Experten: Robert Werkmeister. Der Sozialpädagoge des SOS-Kinderdorf Thüringen ist bundesweit die erste Fachkraft für Demokratie- und Familienbildung. Zu seinen Aufgaben zählen neben Aufklärung und Sensibilisierung zu Themen wie Integration, Extremismus und Populismus, auch die Vorbereitung wahlberechtigter Jugendlicher auf den ersten Gang zur Wahlurne: „Wir wollen unsere wahlberechtigten Jugendlichen fit machen, damit sie nicht völlig unwissend in so eine Wahlkabine gehen, sondern mit einem sicheren Gefühl auftreten können und eine Ahnung davon haben, wie sie denn ihr Kreuzchen machen könnten“, so die Fachkraft für Demokratie- und Familienbildung im SOS-Kinderdorf Thüringen. 

Robert Werkmeister vermittelt Schülerinnen und Schülern wichtiges politisches Wissen. (Bild: SOS-Kinderdorf e.V. / Michael Bader)

Der 38-Jährige vermittelt gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen das nötige Wissen, um aktiv und reflektiert an der politischen Zukunft mitwirken zu können. Nicht nur theoretisch, sondern erlebbar durch Exkursionen, Workshops und offene Gesprächsrunden.  

Die sich immer schneller drehende Medienlandschaft macht es Kindern und Jugendlichen oft schwer zu differenzieren, welche Quellen, Aussagen und Informationen verlässlich sind oder ob mit einem Profil Angst geschürt werden sollen.

Gelebte Demokratie in Gera

In Gera gilt der Stadtteil „Zentrum” als Problembezirk. Geprägt durch armutsgefährdete Familien und Menschen mit Migrationshintergrund ist es hier besonders wichtig, den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Bewohnerinnen und Bewohner mit verschiedenen Angeboten zu fördern. Das Frauenkommunikationszentrum, kurz FFZ, und das angrenzende „Café Krümel” sind Beispiele dafür, wie Begegnungsangebote für alle Altersgruppen im Alltag geschaffen werden können.

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Die Einrichtung von SOS-Kinderdorf lädt Menschen, Familien und Kinder dazu ein, an leicht zugänglichen Angeboten wie Yoga, Malen oder Bastelgruppen teilzunehmen. Auch Beratung in Krisensituationen oder die Vermittlung kostenloser Rechtsberatung gehören zum Angebot der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So wird nicht nur der allgemeine Zusammenhalt im Stadtteil gefördert, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Integration der Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrationshintergrund geleistet. Jeder kann einen Teil zum gesellschaftlichen Miteinander beitragen, unabhängig der Herkunft. Dafür ist es jedoch wichtig, dass Grundwerte wie Toleranz und Vielfalt geteilt oder auch gemeinsam erlernt werden.

Demokratisches Miteinander im Alltag leben - das ist typisch für SOS-Kinderdorf. Beispielsweise werden in jeder stationären Einrichtung Haussprecherinnen und -sprecher gewählt, die sich dann für Austausch und Abstimmung im Kinderdorfparlament zusammenfinden. So erfahren Kinder früh, dass auch sie eine eigene Stimme haben, die gehört werden sollte und sie sich aktiv an der Gemeinschaft beteiligen können. Ganz gleich der Interessen, des Alters, der Stärken, Schwächen und Neigungen, verdienen alle Respekt und sind wertvoll für ein demokratisches Miteinander.

Das Projekt „Demokratiebildung” ist ein wichtiger Teil der Arbeit des SOS-Kinderdorf Thüringen, das gezielt dabei helfen soll, demokratisches Miteinander zu fördern, aber eben auch zu leben. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen Demokratie nicht nur theoretisch kennenlernen”, erklärt Robert Werkmeister. Der Sozialpädagoge ist nicht nur in Gera, sondern im gesamten Bundesland Thüringen unterwegs. Dort besucht er Schulen, coacht Lehrkräfte und fördert den offenen Austausch. Seine konkreten Aufgaben werden individuell festgelegt und könnten unterschiedlicher nicht sein: Mal ist es die Unterstützung bei der Wahl einer Schülervertretung, ein anderes Mal die Organisation und Begleitung einer Exkursion ins Landesparlament.

Spenden für eine starke Demokratie  

  • 250 Euro decken die Kosten für 10 Stunden zum Thema „Demokratie und Teilhabe am öffentlichen Leben“ für eine Schulklasse.
  • 500 Euro finanzieren einer Gruppe Kindern aus dem SOS-Kinderdorf Thüringen den Besuch der Gedenkstätte KZ Buchenwald.
  • 750 Euro ermöglichen den über 15-Jährigen aus dem Thüringer Kinderdorf einen Ausflug in den Bundestag nach Berlin.

So können Sie Demokratiebildung und Extremismusprävention fördern

Tragen auch Sie einen Teil dazu bei, demokratisches Miteinander und politische Bildung für Kinder und Jugendliche erlebbar zu machen: mit einer Spende an SOS-Kinderdorf. Was Sie mit Ihrer Spende bewirken, entscheiden Sie selbst. So können Sie konkrete Projekte wie die Demokratiebildung in Thüringen finanziell unterstützen, oder die Verteilung dem Verein selbst überlassen.  

Unterstützen Sie jetzt SOS-Kinderdorf und sein Projekt „Demokratiebildung“ mit Ihrer Spende oder finden Sie ein anderes Projekt, das Sie unterstützen möchten!

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