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Fünf Fakten rund ums Ehrenamt

Fast 30 Millionen Menschen über 14 Jahre engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich. Wir haben Zahlen, Daten und Fakten rund ums Ehrenamt gesammelt.

Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach: Die, die etwas haben – zum Beispiel Zeit, Ressourcen und Fähigkeiten –, geben es denen, die es brauchen. Mit ihrem Einsatz bereichern Ehrenamtliche täglich aufs Neue das Zusammenleben und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Wir haben uns angeschaut, wer sich in Deutschland wie engagiert und fünf Fakten rund ums Ehrenamt gesammelt. Positive Entwicklungen und Trends, die zum Nachdenken anregen.

 

1. Immer mehr Menschen engagieren sich freiwillig

Die gute Nachricht zuerst: Der Anteil freiwillig engagierter Menschen in Deutschland ist in den letzten 20 Jahren gestiegen. Waren es im Jahr 1999 noch etwas über 30 %*, übten 2019 schon fast 40 % ein Ehrenamt aus. Verteilt über die Generationen stellte sich das 2019 so dar: Am höchsten ist mit fast 45 % die Engagementquote bei den 30- bis 49-Jährigen, gefolgt von den 14- bis 29-Jährigen (42 %) und den 50- bis 64-Jährigen (fast 41 %). Dabei fällt ins Auge: Besonders ausgeprägt ist der Anstieg der Quote bei den Älteren ab 65 Jahren – und zwar von 18 auf 31 % innerhalb des genannten Zeitraums.

Und: Junge Menschen interessieren sich allen anderslautenden Vermutungen zum Trotz sehr für freiwillige Tätigkeiten. Einer der Gründe dafür ist vermutlich, dass Jugendliche und junge Erwachsene häufig freier über ihre Zeit verfügen können und seltener gesundheitlich eingeschränkt sind als Ältere. Als häufigste Motivation für ihr meist nicht vergütetes Amt nennen Jugendliche übrigens den Spaß an der Arbeit.

 

2. Die Bildungsunterschiede im freiwilligen Engagement haben in den letzten 20 Jahren zugenommen

Auch wenn der ehrenamtliche Einsatz in allen Bildungsgruppen zugenommen hat, klafft die Schere immer weiter auseinander: Etwa die Hälfte aller Personen, die eine hohe Bildung** haben, sind ehrenamtlich aktiv. Bei Menschen mit niedriger Bildung ist es hingegen etwas mehr als ein Viertel.

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Die Erklärungsansätze sind komplex, da die Gelegenheitsstrukturen und die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement dem gesellschaftlichen Wandel unterliegen. Die Übernahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit ist außerdem an individuelle Voraussetzungen geknüpft: Um überhaupt Zugang zu einem Ehrenamt zu bekommen, muss man gesellschaftlich eingebunden sein. Unbezahlt zu arbeiten muss man sich leisten können. Und je nach Aufgabe erfordern die freiwilligen Tätigkeiten bestimmte Kenntnisse oder Fähigkeiten. Diese individuellen Faktoren können je nach Bevölkerungsgruppe und persönlicher Lebenssituation sehr unterschiedlich sein.

 

3. Am beliebtesten sind Sport und Bewegung

Die meisten Ehrenamtlichen beweisen Sportsgeist: 13,5 % von ihnen engagieren sich im Bereich Sport und Bewegung. Mit einigem Abstand folgen Kultur und Musik (8,6 %) sowie der soziale Bereich und Schule und Kindergarten mit je etwas mehr als 8 %. Fast 7 % bringen sich in Kirche und Religion ein, gut 6 % im Bereich Freizeit und Geselligkeit. Immerhin 4 % setzen sich für Umwelt-, Tier- und Naturschutz ein und 3,5 % für Bildung. Die wenigsten Freiwilligen gibt es in Politik, Rettungsdiensten, im Gesundheitsbereich und in der Justiz.

Vor dem Hintergrund des verstärkten Zuzugs von Geflüchteten in den Jahren 2015 und 2016 spielt das Engagement für Geflüchtete seither eine besondere Rolle. Im Jahr 2019 gaben 8 % der Engagierten an, Geflüchtete und Asylsuchende zu unterstützen.

 

4. Es gibt mehr Freiwillige, aber der Zeitaufwand sinkt

Zwar engagieren sich immer mehr Menschen in Deutschland freiwillig, insgesamt aber geht der Trend dahin, dass pro Kopf weniger Zeit fürs Ehrenamt aufgebracht wird. Rund 17 % investieren sechs und mehr Stunden pro Woche in ihre freiwillige Tätigkeit. Das sind fast 6 % weniger als 20 Jahre zuvor. Parallel stieg in dieser Zeitspanne der Anteil der Freiwilligen, die maximal zwei Stunden pro Woche aufwenden, von 50 auf 60%.

Je nach Lebensphase und anderen Verpflichtungen können die Menschen offenbar mehr oder weniger Zeit für freiwilliges Engagement abzwacken: Schaut man sich die Altersverteilung an, sind bei den über 65-Jährigen die meisten (22 %) zu finden, die mehr als sechs Wochenstunden freiwillig im Einsatz sind. Die Generation in der Mitte (30- bis 49-Jährige) stellt den Löwenanteil (67 %) derer, die maximal zwei Stunden pro Woche investieren.

 

5. Frauen und Männer engagieren sich gleich häufig, aber …

Während sich in den letzten 20 Jahren stets die Männer zu größeren Anteilen freiwillig engagierten, haben die Frauen nun fast gleichgezogen: 2019 stand es 39,2 % für die Frauen, 40,2 % für die Männer. Während der Anteil engagierter Männer seit 2014 etwas zurückgegangen ist, ist er bei Frauen angestiegen. Als Grund dafür nennen Expertinnen und Experten, dass auch Männer zunehmend innerfamiliäre Care-Arbeit übernehmen, die zuvor zu noch größeren Teilen bei Frauen lag.

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Doch nach wie vor ist es so: Frauen und Männer engagieren sich unterschiedlich stark in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Im Kontext von Schulen und Kindergärten ist die Engagementquote der Frauen mit 10 % rund 4 % höher als die der Männer. Ähnliches gilt im religiösen und im sozialen Bereich. In den Feldern Sport und Bewegung, aber auch bei den Rettungsdiensten und der freiwilligen Feuerwehr ist es andersherum: Da liegen die Männer mit 15 % um mehr als 3 % weiter vorn als die Frauen. Gleichauf vertreten sind die Geschlechter in den Bereichen Kultur und Musik sowie Umwelt-, Natur- und Tierschutz.

 

Ehrenamt – ein persönlicher und gesellschaftlicher Gewinn

Freiwilliges Engagement ist eine wichtige und unverzichtbare Form gesellschaftlicher Teilhabe. Ohne den unermüdlichen Einsatz Freiwilliger würden Teile des gesellschaftlichen Lebens, zum Beispiel in Sportvereinen, Altenheimen oder bei der Feuerwehr, zum Erliegen kommen – mit schlimmen Folgen. Das gesellschaftliche Klima und der Umgang miteinander sind wichtige Indikatoren für die Stärke einer Demokratie. Menschen, die ein Ehrenamt ausüben, haben Freude daran und ziehen für sich selbst einen Sinn daraus. Gutes für andere zu tun oder gemeinsam etwas zu bewegen wird als erfüllend empfunden.

Dieser Gemeinschaftssinn wird übrigens innerhalb der Familie weitergegeben. Wenn die eigenen Eltern freiwillig engagiert sind oder waren, sind Jugendliche deutlich häufiger selbst ehrenamtlich aktiv. Mit gutem Beispiel voranzugehen ist also auch in diesem Fall empfehlenswert!

 

Eine Woche Zukunft

Ehrenamt ist wichtig. Aber wie können wir Menschen ermuntern, sich mehr zu engagieren? Und was sollte der Staat dafür tun? dm feiert in diesem Jahr unter dem Motto „Lust auf Zukunft“ 50-jähriges Jubiläum und bringt auf der Zukunftswoche vom 25. bis zum 29. September namhafte Repräsentantinnen und Repräsentanten aus Politik, Wissenschaft, Gesellschaft, Medien und Kultur miteinander in den Dialog. Im Vordergrund stehen dabei die fünf Zukunftsthemen: Das Ich im Wir, Ökologische Zukunftsfähigkeit, Kinder und Jugendliche, Neue Arbeitswelten und Gesundheit. Für diese Themen engagiert sich dm gemeinsam mit vielen Partnern.

 

Eine Initiative von

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