Gene und Kollaboration: Die Zukunft der KrebsmedizinGene und Kollaboration: Die Zukunft der Krebsmedizin
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KREBS IM VISIER

Gene und Kollaboration: Die Zukunft der Krebsmedizin

Diagnose Krebs – ein einschneidendes Ereignis und eine Herausforderung für Betroffene und Angehörige. Sofort beginnt sich das Gedankenkarussell zu drehen: Wie stehen meine Heilungschancen? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Habe ich zu allen Zugang? Ein Blick in die Statistik gibt jedoch Hoffnung: Die Chance auf eine vollständige Heilung ist dank moderner Behandlungsmöglichkeiten höher denn je.1

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Bild: GSK

Genetik als Grundlage für die Erforschung von Krebs

Dass die meisten Krebserkrankungen mittlerweile so gut zu behandeln sind, verdanken wir dem medizinischen Fortschritt. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Krebsforschung einen Quantensprung erlebt. Mit der vollständigen Entschlüsselung des menschlichen Genoms also des menschlichen Bauplans“ –im Jahr 2000 wurde der Grundstein für eine neue Krebsmedizin gelegt: Statt dem ausschließlichen Einsatz von Strahlen- und Chemotherapien war es nunmehr erstmals möglich, das Übel sprichwörtlich an der Wurzel zu packen.

Wichtige Wegbereiter dieses Fortschritts waren und sind neben Kliniken und Universitäten forschende Gesundheitsunternehmen. Als solches ist etwa GlaxoSmithKline (GSK) mittlerweile seit über 40 Jahren in der Krebsbehandlung aktiv – durch eigene Forschung, Partnerschaften und durch strategische Zukäufe von agilen Medizinstartups. Einen wesentlichen Grundstein für die heutigen therapeutischen Erfolge legten diese Firmen mit Präparaten, die klassische Therapien begleiteten. So brachte GSK 1990 im Bereich Krebsmedikamente ein Mittel auf den Markt, das Übelkeit und Erbrechen in Folge von Chemo- und Strahlenbehandlung in den Blick nahm. „Dadurch konnte die Lebensqualität der betroffenen Menschen nachhaltig verbessert werden“, sagt Dr. med. Andreas Konieczny, Medical Head Oncology, GSK Deutschland. Gezielt hemmen solche Präparate die Übelkeit verursachende Serotonin-Wirkung an bestimmten Rezeptoren. Viele Fortschritte konnten durch solche Ansätze in der Folge überhaupt erst erreicht werden – bis hin zur Fokussierung auf das menschliche Erbgut und seine individuelle Ausprägung.

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Dr. med. Andreas Konieczny, Medical Head of Oncology, GSK Deutschland

Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms zu Anfang des neuen Jahrtausends war zugleich die Geburtsstunde der so genannten Präzisionsmedizin – auch personalisierte Medizin genannt –, die aufgrund biologischer Indikatoren in unseren Genen eine maßgeschneiderte Therapie mit möglichst geringen Nebenwirkungen und minimaler Schädigung von gesundem Gewebe erlaubt.

Heutzutage bieten verschiedenste Wirkmechanismen unterschiedliche, vielversprechende Therapieansätze; vor allem der Immunonkologie – also der primären Stärkung des körpereigenen Immunsystems – wird eine große Bedeutung beigemessen. Hierbei gilt es, das körpereigene Immunsystem zur Krebsbekämpfung zu (re‑) aktivieren. Dafür werden Kontrollpunkte des Immunsystems genutzt, die sich auf den Abwehrzellen (T‑Zellen) befinden. Diese Punkte sollen eine unkontrollierte Immunreaktion verhindern. Jedoch können Krebszellen diese Funktion nutzen, um sich vor dem Abwehrsystem zu verstecken. Dort setzen Therapien an, lösen die Blockade und stimulieren das Immunsystem, um Krebszellen zu erkennen und zu vernichten.

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T-Zellen, die eine Krebszelle attackieren (Getty Images/GSK)

Ein anderer neuer Weg auf Basis des Erbguts und einer Personalisierung der Behandlung ist die Zelltherapie. Menschliche Abwehrzellen werden gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen gezielt angreifen und zerstören. Bei der Krebsepigenetik wiederum wird das genregulierende System des Epigenoms beeinflusst, um eine krebsbekämpfende Wirkung zu erzielen. Ein vierter Schwerpunkt in der heutigen Krebsforschung liegt auf der synthetischen Letalität. Dabei wird die Reparaturfunktion für das Erbgut in Tumorzellen unterbunden, ohne dass gesunde Zellen nachhaltig geschädigt werden. „In den vergangenen Jahren hat sich die personalisierte Medizin auf Basis der molekularen Tumorsignaturen zu einem unserer wichtigsten Instrumente im Kampf gegen Krebs entwickelt“, so Konieczny. Einige wenige Krebsarten können heute schon geheilt werden, aber für viele ist es noch ein weiter Weg um die Situation zu verbessern. Allerdings hat sich die Innovation in den letzten zwei Jahrzehnten so stark beschleunigt, wie noch nie zuvor. Das macht große Hoffnung für diese und kommende Generationen, Fortschritte in die Praxis übertragen zu können.

Zusammen gegen Krebs: Kollaboration bündelt Kräfte und Expertise

Wie wichtig und aufwendig solche Durchbrüche in der Krebsforschung sind, zeigt die Tatsache, dass auch große Arzneimittelhersteller sich zusammenschließen und gemeinsam neue Therapiemöglichkeiten erforschen. Dabei sollen die rasanten Fortschritte in Wissenschaft und Technologie gemeinsam genutzt werden, um neue Ziele, Mechanismen und potenzielle Medikamente zu identifizieren. Mit der Übernahme des US-Medizinstartups Tesaro bündelte GSK weitere Expertise im Bereich der Krebsforschung. Im Ergebnis umfasst das Entwicklungsportfolio des Unternehmens heute insgesamt 14 Substanzen in den vier Schlüsselbereichen Immunonkologie, Zelltherapie, Epigenetik und synthetische Letalität. Darunter sind eine Vielzahl an Kandidaten, die jeweils der erste in ihrer Klasse wären und GSK zu einem der führenden Entwickler neuer Therapien machen.

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Bild: GSK

Ein erstes Resultat des verstärkten Engagements im Bereich der Krebsforschung ist ein Präparat, das als Erhaltungstherapie bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um einen sogenannten PARP-Inhibitor, einen Hemmstoff eines Enzyms, der indirekt ein weiteres Wachstum von Krebszellen verhindert. Seit August ist weiterhin ein Medikament zur Behandlung von einer Form von Blutkrebs zugelassen, dem multiplen Myelom. Die Basis dafür bildet ein zusammengesetztes Molekül, das einen monoklonalen Antikörper mit einem zytotoxischen Wirkstoff verbindet. Diese Erkrankung ist selten, gehört aber zu den häufigsten Tumoren von Knochen und Knochenmark.

„Das Ziel von GSK in der Onkologie ist es, auf der Grundlage eines breit gefächerten Portfolios an neuen Wirkstoffen einen nachhaltigen Fluss neuer Behandlungsmöglichkeiten zu erreichen, bei denen Modalitäten wie kleine Moleküle, Antikörper, Antikörper-Wirkstoffkonjugate und Zellen entweder allein oder in Kombination zum Einsatz kommen,“ erklärt Dr. Andreas Konieczny. Und ergänzt: „Durch unsere hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung sollen neue, transformative Therapien möglichst rasch auch bei den Patient*innen ankommen.“ Denn Zeit ist – insbesondere in der Krebsmedizin – für Patient*innen besonders wichtig.  

Dafür arbeitet das forschende Gesundheitsunternehmen GSK eng mit der Ärzteschaft, forschenden Einrichtungen und Versorgern sowie Patient*innen zusammen, um Therapien zu entwickeln, die konsequent am medizinischen Bedarf ausgerichtet sind. „Es gilt, die rasanten Fortschritte in Wissenschaft und Technologie zu nutzen, um neue Zielstrukturen, Mechanismen und potenzielle Medikamente zu identifizieren, die die nächste Welle innovativer Arzneimittel für Betroffene mit Krebserkrankungen hervorbringen“, so der Mediziner Dr. Konieczny. Ein wesentlicher Schritt dabei ist der frühe Austausch mit Vertretern von Wissenschaft und klinischer Praxis. Nur so lassen sich wesentliche Mechanismen identifizieren und gezielt Ansatzmöglichkeiten für verschiedene Krebstherapien finden.

Patient*innen aktiv einbinden

Der Experte weiß, wie wichtig auch die Einbindung von Patient*innen in die Entwicklung neuer Therapieansätze ist. „Wenn wir ein Präparat auf den Markt bringen, ist es essenziell, zu bedenken, was die Patient*innen zusätzlich an Unterstützung benötigen. Diese Bedürfnisse zu verstehen und gemeinsam mit den anwendenden Ärzt*innen von Beginn an gute Wege zu finden, die Betroffenen bestmöglich zu versorgen und zu unterstützen, ist eine Verantwortung, die wir sehr ernst nehmen,“ erläutert Konieczny.

Gleichzeitig weist Andreas Konieczny darauf hin, dass es in einem derart wissenschafts- und datengetriebenen Feld wie der Onkologie niemals den berühmten „heiligen Gral“ oder gar ein Allheilmittel geben kann. Umso wichtiger sei es, Deutschland als Forschungsstandort zu stärken, sodass Patient*innen ein noch besserer Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie neuen Therapie- und Diagnosemöglichkeiten ermöglicht werden kann. Hier steht besonders die Digitalisierung in der Forschung im Vordergrund. Denn: Gerade in der Krebsforschung werden dank einer immer präziseren Diagnostik riesige Datenmengen generiert, strukturiert und im besten Fall zwischen Fachärzt*innen und Kompetenzzentren ausgetauscht. Mithilfe moderner Technologien und Methoden wie etwa Machine Learning soll es künftig möglich werden, Tumore noch effektiver zu charakterisieren sowie besser vorhersagen zu können, wie diese effizient behandelt werden können.

Entscheidend sei auch in Zukunft, dass Pharmaindustrie, Ärzt*innen und Träger wie Krankenkassen ehrlich, transparent und lösungsorientiert zusammenarbeiten – und gemeinsam Innovation vorantreiben, um Krebspatient*innen die Chance auf ein langes Leben möglichst ohne Einschränkungen der Lebensqualität schenken zu können.

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1https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/fuenf-jahrzehnte-forschung-zur-krebsbekaempfung

Weitere Quellen:

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/immunonkologie-mit-dem-immunsys.html

https://www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/iblatt-immuntherapie.pdf

NP-DE-MMU-ADVR-200001; 10/2020
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