Oft übersehene Krankheiten: Darum ist ihre Bekämpfung so wichtigOft übersehene Krankheiten: Darum ist ihre Bekämpfung so wichtig
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MALARIA, TUBERKULOSE & ANTIBIOTIKA-RESISTENZEN

Oft übersehene Krankheiten: Darum ist ihre Bekämpfung so wichtig

Eine Infektion bedroht das Immunsystem – ein großes Risiko, wenn der Körper gegen den Erreger nicht immun oder die Erreger gegenüber der rettenden Behandlung resistent sind. Oft werden Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose oder Resistenzen gegen Antibiotika unterschätzt.  Intensive Erforschung von Impfstoffen und modernen Antibiotika sind unerlässlich, um diese Gefahr in den Griff zu bekommen.

Makrophagen, die ein Tuberkulosebakterium verschlingen, Animation: GSK

Das Problem: Die Schlagzeilen sind in der Regel von Durchbrüchen bei der Behandlung von Zivilisationskrankheiten – Krebs oder Diabetes beherrscht und aktuell natürlich durch die Covid-19-Pandemie. Themen wie Erregerresistenzen oder der Kampf gegen Krankheiten wie Tuberkulose und Malaria hingegen, die in Europa keine große Rolle mehr spielen, kommen dabei häufig zu kurz, obwohl es auch hier noch viel zu tun gibt.  

Denn während Tuberkulose, früher auch als Schwindsucht bezeichnet, von den meisten Menschen mit der Zeit des zweiten Weltkriegs assoziiert wird, gehört sie global betrachtet auch heute noch zu den tödlichsten Infektionskrankheiten. Laut WHO steckten sich 2017 etwa 10 Millionen Menschen mit dem Erreger an. Allein 2018 starben rund 1,5 Millionen Betroffene an den Folgen. Und Experten schätzen, dass sich bis 2030 bis 28 Millionen Menschen weltweit mit Tuberkulose infizieren könnten. Schon jetzt gehört die Krankheit nach WHO-Angaben zu den führenden Todesursachen bei Infektionen. Ein Grund: Aktuell gibt es lediglich einen Impfstoff für Kinder, der bei Erwachsenen nicht wirkt. Hinzu kommt eine weitere Ursache: Die Behandlung wird durch die beständige Zunahme von Antibiotika-Resistenzen erschwert. Nur wenige Firmen auf der Welt stellen sich diesen Herausforderungen, dazu gehört das forschende Gesundheitsunternehmen GlaxoSmithKline (GSK). Als einer der führenden Impfstoffhersteller legt das global agierende Unternehmen, das in Deutschland 3.400 Mitarbeiter an fünf Standorten beschäftigt, einen Fokus auf die Entwicklung eines Impfstoffs, der auch bei Erwachsenen wirkt. Mit dem erfolgreichen Abschluss einer klinischen Studie der Phase 2 hat der Impfstoffkandidat bereits einen wichtigen Meilenstein genommen. Im Kampf gegen Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten entwickelt GSK zudem neue Antibiotika – auch in diesem Bereich gehört das Unternehmen zu den wenigen Anbietern, die in effektive Lösungen investieren.

Schon Alexander Flemming warnte vor dramatischen Folgen

Wie wichtig das ist, wusste schon der Entdecker der Antibiotika: Kommt ein neues Antibiotikum auf den Markt, treten über kurz oder lang Resistenzen dagegen auf. Was vielen nicht klar ist: Jeder Einsatz von Antibiotika – egal ob dringend notwendig oder überflüssig – fördert das Entstehen resistenter Bakterien. Denn empfindliche Bakterien werden abgetötet, die resistenten jedoch überleben und vermehren sich – dabei können sie ihre Anzahl innerhalb von nur 20 Minuten verdoppeln. Eine Entwicklung, vor der 1945 schon Alexander Flemming warnte.

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Bild: GSK

Die Folge: Eigentlich gut zu behandelnde Infektionskrankheiten können einen schweren Verlauf nehmen und im schlimmsten Fall tödlich enden. Antibiotika-Resistenzen zählen daher zu den größten gesundheitlichen Bedrohungen auf der Welt. Beständig nehmen sie seit Jahren zu. Schreitet dieser Trend so fort, schätzen Experten, dass Resistenzen bis zum Jahr 2050 die Ursache für den Tod von 10 Millionen Menschen sein könnten. Bereits heute gibt es jährlich weltweit etwa 700.000 Tote durch Resistenzen – und nicht allein ferne oder weniger entwickelte Regionen sind davon betroffen, denn allein 2019 starben ca. 33.000 Menschen in der EU aufgrund resistenter Erreger.

Neben dem verantwortungsvollen und gezielten Einsatz sind deshalb die Entwicklung und Herstellung neuer Antibiotika unumgänglich. „Es reicht nicht aus, beispielsweise bestehende Wirkmechanismen zu optimieren“, erklärt Dr. Robert Welte, Leiter Market Access bei GSK. „Es werden grundlegend neue Antibiotika benötigt, um passende Antworten auf Resistenzen geben zu können.“ Darin liege auch ein erhöhtes Entwicklungsrisiko, etwa dass sich Kandidaten in langjährigen klinischen Studien als weniger geeignet herausstellen wie erhofft. Viele Firmen konzentrieren sich deshalb auf andere Bereiche, so wurden beispielsweise in der EU seit 2009 fast 100 Krebsmedikamente zugelassen, jedoch nur 14 neue Antibiotika.

„In einer Zeit, in der sich viele große Pharmaunternehmen von der Antibiotika-Forschung verabschiedet haben, haben wir unsere Anstrengungen für die Entwicklung der nächsten Generation von Antibiotika weiter verstärkt" – Dr. Welte.

Als Gründungsmitglied des AMR Action Funds engagiert sich das Unternehmen darüber hinaus für die Entwicklung neuer Antibiotika. Die Abkürzung AMR im Namen des Zusammenschlusses zahlreicher Pharmaunternehmen steht für Antimikrobielle Resistenzen, also der Widerstandsfähigkeit von Mikroorganismen wie Bakterien beispielsweise gegen Antibiotika. Mit einer Milliarde US-Dollar fördert die Brancheninitiative die Erforschung bis hin zur Marktreife von zwei bis vier Kandidaten in den nächsten zehn Jahren. Insbesondere kleinere Firmen, die bereits vielversprechende Ansätze verfolgen, sollen damit unterstützt werden. Zur Bekämpfung von Resistenzen verfolgt GSK darüber hinaus einen weiteren Ansatz: „Wir haben mehrere neue Impfstoffe in der klinischen Entwicklung, um Infektionen und damit auch den Einsatz von Antibiotika zu vermeiden“, so Dr. Welte. Diese Forschung ist somit auch ein wichtiges Element im Kampf gegen Erregerresistenzen. Denn je weniger Menschen mit Antibiotika behandelt werden müssen, desto langsamer bilden sich Antibiotika-Resistenzen.

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Bild: GSK

Einsatz für die weltweite Gesundheit

Eine Doppelstrategie, die GSK ebenfalls im Kampf gegen Krankheiten wie Malaria oder Tuberkulose anwendet. Einerseits wird zur Prävention intensiv an wirksamen Impfstoffen geforscht, zum anderen befinden sich Medikamente und Therapien in der Entwicklung, die bei der Behandlung von Erkrankten helfen sollen.

Meist spielen diese Krankheiten hierzulande in der Öffentlichkeit keine große Rolle. Dennoch sind sie eine Bedrohung für die globale Gesundheit: So ist Tuberkulose doppelt gefährlich – zum einen sterben nach Angaben der WHO täglich etwa 4.000 Menschen an den Folgen. Zum anderen ist die Behandlung langwierig und kompliziert, weswegen einige Patienten die Therapie mit Antibiotika frühzeitig abbrechen. Im Ergebnis können sich aus den Erregern, die bereits Kontakt mit Antibiotika hatten, durchaus tödlichere und arzneimittelresistente Stämme entwickeln. Wenn die aktuelle Situation eines zeigt, dann, dass in einer globalisierten Welt solche Entwicklungen auch gravierende Auswirkungen für uns entfalten können. Die Erforschung neuer Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten leiste deshalb auch einen wichtigen Beitrag zu einer besseren globalen Gesundheitsversorgung.

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Bild: GSK

Bei der Suche nach einem neuen Impfstoff sowie wirksamen Medikamenten gegen Tuberkulose setzt GSK auf die Zusammenarbeit mit anderen Experten: „Wir wissen, dass es uns nicht alleine gelingen kann, neuartige Mittel zu wirksamen Bekämpfung der Tuberkulose zu finden. Der Austausch von Informationen und wissenschaftlichem Fachwissen sowie der Aufbau öffentlich-privater Partnerschaften sind unabdingbar, um bei der Entwicklung einer neuen Generation von Behandlungsmöglichkeiten bei Tuberkulose erfolgreich zu sein“, erläutert Dr. Welte. Ein Baustein ist dabei die enge Zusammenarbeit mit der Bill und Melinda Gates Stiftung. An die Forschungseinrichtung der weltweit agierenden Organisation hat GSK die Lizenz für den Impfstoffkandidaten zur weiteren Entwicklung übergeben. „Wir möchten dadurch sicherstellen, dass gerade auch ärmere Länder und Regionen, die meist eine hohe Tuberkulose-Fallzahl haben, davon profitieren können.“

Kooperation für Innovation

Auch über Malaria und ihre Folgen und Auswirkungen machen sich die meisten Menschen in Europa wenig Gedanken. Rund 99 Prozent der Fälle treten in Afrika, dem Mittleren Osten oder Südostasien auf. Oft spielt die Krankheit deshalb für uns nur eine Rolle, wenn es um die Reiseplanung geht. Dabei ist auch diese Infektion jedes Jahr für Hunderttausende Todesfälle weltweit verantwortlich. Besonders besorgniserregend: Im Jahr 2017 stieg die Zahl der Todesfälle aufgrund von Malaria zum zweiten Mal in Folge wieder an. Das Ziel der WHO, die durch Malaria ausgelösten Erkrankungen und Todesfälle um 40 Prozent zu senken, wird höchstwahrscheinlich verfehlt.

Weibliche infizierte Anopheles-Mücke, Animation: GSK

„Die Bekämpfung von Malaria ist einer der traditionsreichen Forschungsschwerpunkte von GSK.“  Dr. Welte

Bereits vor über 50 Jahren hatte das Unternehmen ein erstes Medikament zur Behandlung der Infektion auf den Markt gebracht. Neben der Weiterentwicklung der Therapien für das Tropenfieber stand für die GSK-Wissenschaftler auch immer der Schutz vor der Erkrankung selbst im Vordergrund. Nach mehr als drei Jahrzehnten Entwicklungsarbeit sind sie in diesem Bereich nun einen entscheidenden Schritt weiter. In Zusammenarbeit mit der globalen Gesundheitsorganisation PATH gelang der Durchbruch bei der Impfstoffentwicklung. „Nach mehr als 30 Jahren konnten wir 2019 erstmals einen Impfstoff zum Schutz von Kindern gegen die tödlichste Form der Malaria in ausgewählten Regionen Malawis, Ghanas und Kenias koordiniert durch die WHO einsetzen. Unser Ziel ist, dass bis 2022 jedes Jahr mindestens 360.000 Kinder den Impfstoff erhalten sollen. Dazu spenden wir bis zu 10 Millionen Impfdosen“, führt Dr. Welte aus.

Video: GSK

Viele der Fortschritte in den letzten Jahren verdankt GSK dabei auch neuen Wegen in der Forschung und bei der Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Gesundheitssektor. Ein Baustein neben eigenen Investitionen und globalen Initiativen wie dem AMR Action Funds ist das Open Lab in Tres Cantos (Spanien). Dort bietet das Unternehmen internationalen Top-Wissenschaftlern und Akademikern die Möglichkeit, ihre eigenen Projekte als Teil eines integrierten Teams zu verfolgen. Die Forscher können im Rahmen eines kollaborativen Ansatzes zur Wirkstoffforschung auf das Fachwissen, die Prozesse und die industrielle Infrastruktur von GSK zugreifen. „Mit Erfolg, wie die positiven Entwicklungen etwa bei Tuberkulose oder Malaria zeigen“, so Dr. Welte. „Die internationale Zusammenarbeit ermöglicht es uns, in Industriestaaten eher übersehene Krankheiten angemessen zu adressieren und eine nachhaltige Verbesserung der globalen Gesundheitssituation zu erreichen.“

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